Handball-Verbandsliga: Das 26:33 des TV Oberkirch bei der SG Muggensturm/Kuppenheim stand im Zeichen einer fragwürdigen Schiedsrichterleistung. Saisonfazit von Daniel Kempf fällt wechselhaft
aus.
Der TV Oberkirch hat sein letztes Saisonspiel in der Handball-Verbandsliga bei der SG Muggensturm/Kuppenheim mit 26:33 (11:18) verloren und musste den Gegner in der Tabelle noch an sich verbeiziehen lassen. Somit beenden die Renchtäler die Spielzeit mit 23:29 Zählern auf Platz neun. Einen
bitteren Nachgeschmack hat die Partie wegen der Blauen Karte gegen Tomislav Barberic, dem nun eine Sperre zu Beginn der im September beginnenden Saison 2026/27 droht.
Wenn man den Online-Spielbericht dieser sportlich bedeutungslosen Partie betrachtet, traut man seinen Augen kaum. Insgesamt 20 (!) Zeitstrafen sprach das heillos überforderte Schiedsrichter-Duo Björn Emig/Daniel Fischer (Eschelbronn im Kraichgau) aus. Und das, obwohl es in keinster Weise ein überhartes oder gar unfaires Spiel war. „Wir standen mehrfach nur mit drei Feldspielern auf dem Platz. Da war kein normaler Handball mehr möglich“, berichtete TVO-Trainer Daniel Kempf, der sich auch selbst eine Zeitstrafe wegen Meckerns einhandelte, die Schiedsrichter-Leistung aber nicht weiter kommentieren wollte. Das taten stattdessen die Zuschauer in der Sporthalle am Cuppamare in Kuppenheim, die in der zweiten Hälfte jedes kleinste Foul auf beiden Seiten mit einem höhnischen „Zwei Minuten“ in Richtung der Unparteiischen begleiteten.
Der unrühmliche Höhepunkt war die Blaue Karte in der 46. Minute gegen Tomislav Barberic, der sich nach einer erheiten Zeitstrafe zu einer angeblichen Schiedsrichterbeleidigung hinreißen ließ. „Da wird noch etwas nachkommen, was wahrscheinlich auch die nächste Saison betrifft“, zeigte sich Kempf frustriert.
Auch sportlich lief es für die Oberkircher nicht nach Wunsch. „Wir hatten schon den Anspruch, eine bessere Leistung abzurufen. Aber wir sind schnell in Rückstand geraten und dann ist es schwer, nochmal die nötige Spannung zu finden. Der Gegner wollte es einfach mehr“, fasste Kempf die erste Hälfte zusammen, in der sich die SG über 5:3 (9.), 9:5 (15.) und 14:9 (24.) bis zum 18:11-Halbzeitstand absetzte.
Nach dem Wechsel drehte sich das Spiel auf beiden Seiten nur noch um die Schiedsrichter. „Wir hatten eine Phase, in der wir drei, vier Tore in Folge machen. Da hätten wir rankommen können“, so Kempf, „aber irgendwann ging es nur noch darum, die 60 Minuten über die Bühne zu bringen.“
Zwar konnten die Renchtäler den Klassenerhalt in der Verbandsliga frühzeitig sichern, dennoch fiel das Saisonfazit von Kempf nicht rosig aus. „Wir können auf keinen Fall zu hundert Prozent zufrieden sein. Die Hinrunde war geprägt von Verletzungen, wir hatten an keinem Punkt eine wirkliche Konstanz drin. Positiv war die Entwicklung von Spielern wie Pascal Lauble oder Marco Huschle, auf die wir in Zukunft verstärkt setzen müssen.“ Denn nach dem Karriereende von Timo Roll, Dennis Roll, Yannick Ludwig, Marius Angrick und Christopher Bildner steht beim TV Oberkirch ein Umbruch an.
SG Muggensturm/Kuppenheim – TV Oberkirch 33:26 (18:11)
Muggensturm/Kuppenheim: Bissinger; Gruttke 3, Hirth 5, Crocoll 3, Unser 3/1, Henschel 3, Charles 7, Weiss 4, Walde, Blüthner 4, Kiyici
Oberkirch: Marvin Roche, Distl, Marcel Roche 2, M. Huschle 1, Brandstetter, D. Roll 4, Gross 3, F. Huschle 1, Ücker, Matzinger 3, Angrick 3, Barberic 2, Schmidt, T. Roll 5/3, Lauble 2
Quelle: Mittelbadische Presse, Autor: Marcus Hug
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