Handball-Verbandsliga: Fünf erfahrene Spieler der Renchtäler beenden nach der laufenden Runde ihre Karriere. Trainer Daniel Kempf hat verlängert. Die ersten beiden Neuzugänge stehen fest.
Mit den beiden Spielen gegen den TSV Alemannia Zähringen (Samstag) und bei der SG Muggensturm/Kuppenheim (2. Mai) kann der TV Oberkirch die Saison in der Handball-Verbandsliga entspannt ausklingen lassen. Für den Tabellenachten geht es im Prinzip um nichts mehr. Die kommende Spielzeit 2026/27 wirft jedoch bereits ihre Schatten voraus. Da werden die Renchtäler personell ein anderes Gesicht zeigen, denn gleich fünf Leistungsträger beenden ihrer Karriere.
„Wir haben den Umbruch bereits in den letzten ein, zwei Jahren eingeleitet. Da steht nun der nächste große Schritt an“, beschreibt Oberkirchs Handball-Abteilungsleiter Oliver Fies. Mit Yannick Ludwig, Marius Angrick, Christopher Bildner sowie den Brüdern Timo und Dennis Roll werden eine Handvoll erfahrene Akteure dem TVO nicht mehr zur Verfügung stehen. „Da bricht schon einiges weg, das ist uns klar. Aber es kommt nicht überraschend, wir sind schon seit längerer Zeit darauf vorbereitet“, so Fies.
Wachsmann fehlt weiter
Der 41-jährige Timo Roll hatte seine aktive Laufbahn eigentlich schon vor einem Jahr für beendet erklärt, kehrte allerdings zurück, als der TV Oberkirch in der Vorrunde mit großen Verletzungssorgen zu kämpfen hatte. Nun wird er am Samstag vor dem Heimspiel gegen Zähringen erneut verabschiedet, gemeinsam mit seinen vier Kollegen, die aus altersbedingten, gesundheitlichen oder privaten Gründen den Schritt in den Handball-Ruhestand gewählt haben.
Ebenfalls vorerst nicht mehr planen kann man beim TVO mit Torwart Marc Wachsmann, der die ganze Saison wegen einer Hüftverletzung verpasste. „Da ist aktuell überhaupt nicht absehbar, ob und wann er wieder zurückkehrt“, gibt Fies eine Wasserstandmeldung ab. Wegen des Karriereendes von Bildner, der als Wachsmann-Ersatz reaktiviert worden war, bestand auf der Torwartposition Handlungsbedarf. Das Duo mit Stammkeeper Marcel Roche wird in Zukunft Neuzugang Kevin Distl bilden. Der gebürtige Hesse, der dort bei der MSG Florstadt/Gettenau und zuletzt im elsässischen Schiltigheim aktiv war, stand schon beim letzten Heimspiel gegen die SG Ohlsbach/Elgersweier im TVO-Kader. „Er ist aus beruflichen Gründen nach Straßburg gezogen und war bei mehreren Vereinen im Probetraining. Wir freuen uns, dass er sich für uns entschieden hat“, erklärt Fies.
Huschle-Brüder dabei
Eine weitere Verstärkung kommt aus den eigenen Reihen. Der 18-jährige Fabian Huschle, Regisseur der zweiten Mannschaft und auch noch für die A-Jugend spielberechtigt, hat bei seinen ersten Verbandsliga-Einsätzen in den letzten beiden Wochen bereits sein großes Potenzial gezeigt, offensiv wie defensiv. „Er kann auf Linksaußen spielen, ist aber grundsätzlich für die Rückraum-Mitte eingeplant. Schon in dieser Saison war sein älterer Bruder Marco zum Team gestoßen. Die Entwicklung unserer Jungs aus den eigenen Reihen hat absolute Priorität“, stellt Fies klar. Tomislav Barberic, Régis Matzinger und Dominik Gross sollen in der kommenden Spielzeit das erfahrene Gerüst bilden, umrundet von jungen, ausbaufähigen Spielern wie Pascal Lauble, Felix Brandstetter, Marcel und Marvin Roche sowie den Huschle-Brüdern.
Trainerteam bleibt
Die Integration dieser Talente liegt weiter in den Händen des Trainerteams um Daniel Kempf, der im Renchtal in seine mittlerweile zehnte Saison geht. Auch Co-Trainer Thomas Armbruster, Torwarttrainer Thomas Karkutsch und Physio Carsten Göckel bleiben dem TVO erhalten. Die A-Junioren trainieren künftig unter der Leitung des erfahrenen Norbert Angrick.
„Man muss sich Jahr für Jahr fragen, ob es noch passt und immer wieder neue Ansätze finden. Jetzt haben wir einen Umbruch. Den zu begleiten, ist ein großer Anreiz für mich“, sagt Kempf, der sich gemeinsam mit den TVO-Verantwortlichen noch nach Neuzugängen umschaut. „Die Kaderplanung ist noch nicht abgeschlossen. Insbesondere am Kreis würden wir uns gerne noch verstärken, auch ein zweiter Linkshänder neben Régis Matzinger stünde uns gut zu Gesicht“, erklärt Fies, und Kempf steckt das gewünschte Profil noch genauer ab: „Wir suchen nicht in Rumänien oder ähnlichem wie andere Vereine. Es sollen Spieler aus der Region sein, die auch menschlich passen. Und die findet man nicht so leicht.“
Quelle: Mittelbadische Presse, Autor: Marcus Hug
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