Handball-Verbandsliga: Trotz großer Personalnot durfte der TV Oberkirch am Samstagabend gegen den TuS Schutterwald II lange auf einen Heimsieg hoffen, unterlag am Ende aber mit 24:28.
Der stark ersatzgeschwächte TV Oberkirch hat auch sein zweites Saisonspiel in der Handball-Verbandsliga verloren. Beim 24:28 (22:22) gegen den TuS Schutterwald II agierten die Renchtäler bis in die Schlussphase hinein auf Augenhöhe, mussten die Oberliga-Rerserve dann aber doch noch ziehen lassen. „Es ist nicht einfach, dieses Spiel in Worte zu fassen. Eigentlich bin ich zufrieden, irgendwie aber doch nicht“, suchte Kempf nach der richtigen Analyse: „Wir sind geschlossen aufgetreten, haben viele Sachen sehr gut gemacht. Aber am Ende haben wir jetzt zwei Spiele verloren, da kann man natürlich nicht sagen, alles ist gut.“
Die Personallage ließ bereits im Vorfeld erahnen, dass es schwer werden würde für den TVO. Neben Tomislav Barberic (noch bis zum vierten Spieltag gesperrt) und Fabian Huschle (Daumenverletzung) konnten auch Dominik Gross (beruflich verhindert) und der beim Auftakt in Rintheim überragende Pascal Lauble (Infekt) nicht mitwirken. Trotzdem zeigten die Grün-Schwarzen von Beginn an gute Ansätze. Zwar legten die Gäste regelmäßig vor und lagen zwischenzeitlich mit zwei Treffern in Führung, aber bei Oberkirch lief der Ball im Angriff gut und defensiv setzte man die spielstarken Schutterwälder unter Druck. So konnte man den Spielstand immer wieder ausgleichen und durch den ersten Treffer von Neuzugang Mickael Kauffmann zum 12:11 sogar selbst erstmals vorlegen (29.). Mit 12:12 wurden die Seiten gewechselt.
Die zweite Hälfte verlief ähnlich. Beim 14:16 (38.) und 17:19 (45.) drohte Schutterwald zu entwischen, aber die Gastgeber fuchsten sich immer wieder zurück. Erneut war es ein Neuzugang – diesmal Jannik Riccius – der für eine Oberkircher Führung sorgte (20:19/49.). Beim Stand von 22:22 (54.) deutete sich eine hochspannende Schlussphase an.
Ähnlich wie in der Vorwoche machte sich beim TVO nun aber der Kräfteverschleiß bemerkbar. „Noch kriegen wir es nicht hin, unsere Leistung über 60 Minuten zu kompensieren. Aber das ist auch schwierig, wenn man kaum Wechselmöglichkeiten hat“, erklärte Kempf und nannte ein Beispiel. „Felix Brandstetter hat auf der Mitte ein richtig gutes Spiel gemacht. Aber er musste über die volle Distanz gehen. Das ist er so einfach nicht gewohnt.“
Mit den fehlenden Körnern verloren die Renchtäler den Zugriff in der Abwehr und ließen sich im Angriff zu einigen unkonzentrierten Abschlüssen verleiten. Schutterwald nutzte das clever aus, traf durch Tim Heuberger, Morris Strosack und Marc Schulz zum 26:22 (57.) und entschied so innerhalb von drei Minuten die Partie.
Kempf möchte sich dennoch nicht von seinem Plan abbringen lassen. „Wir sind in einem Prozess und dabei auf dem richtigen Weg. Da lassen wir uns nicht von der Punktzahl beeinflussen“, sagt er, schränkt aber ein: „Natürlich ist alles einfacher, wenn man ein Erfolgserlebnis hat.“ Die nächste Möglichkeit dazu gibt es am Samstag (17.30 Uhr) im Spiel beim HC Neuenbürg II.
TV Oberkirch – TuS Schutterwald II 24:28
Oberkirch: Marvin Roche, Distl; Marcel Roche 5/2, F. Birk, Brandstetter 2, Riccius 2, M. Huschle 4, Ücker 2, Matzinger 4, T. Birk 1, Schmidt 2, Kauffmann 2
Schutterwald: Herrmann, Sütterlin, Brown; Schulz 7/4, Heuberger 3, Osiander, Ehret 3, Adam, Haß 3, Sunderer 2, Meffle 1, Behmann 1, Fahner 2, End 1, Ritter, Strosack 5
Quelle: Mittelbadische Presse, Autor: Marcus Hug
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